Der Aderlass ist eine der ältesten Methoden der Heilkunde. Dabei entnehme ich eine kleinere Menge Blut aus einer Vene. In meiner Praxis in Villingen-Schwenningen wende ich ihn klassisch an, nach den Grundsätzen der Humorallehre.
Humorallehre
Was steckt hinter dem Aderlass?
Nach der Humorallehre, die auf Hippokrates und Galen zurückgeht, hängt Gesundheit vom Gleichgewicht der vier Körpersäfte ab: Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle. Ein Zuviel an Blut galt als Ursache vieler Beschwerden, und der Aderlass sollte das Gleichgewicht wiederherstellen. Bis ins 19. Jahrhundert war er eines der am häufigsten angewandten Verfahren, oft in großem Maß.
Die Naturheilkunde setzt ihn heute maßvoll ein. Nach ihrer Auffassung soll er den Kreislauf entlasten und den Körper anregen, neues Blut zu bilden. Auch die Schulmedizin kennt den Aderlass noch, bei wenigen bestimmten Erkrankungen.
Ablauf
Wie läuft ein Aderlass ab?
Ein Aderlass folgt meist diesen drei Schritten.
Vorgespräch
Zuerst klären wir, ob ein Aderlass für Sie in Frage kommt, und ich frage nach Ihren Medikamenten und Vorerkrankungen.
Blutentnahme
Sie liegen bequem. Über eine Kanüle in der Armvene lasse ich langsam meist 100 bis 250 Milliliter Blut ablaufen, ähnlich wie bei einer Blutspende, nur deutlich weniger.
Ausruhen
Danach ruhen Sie noch eine Weile und trinken ausreichend. Am selben Tag meiden Sie große körperliche Anstrengung.
Wie oft macht man einen Aderlass?
Das richtet sich nach Ihrer Verfassung. Zwischen zwei Aderlässen liegen meist mehrere Wochen bis Monate.
Dürfen Heilpraktiker einen Aderlass machen?
Ja. Der Aderlass gehört zu den Verfahren, die Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker anwenden dürfen.
Was ist der Unterschied zur Blutegeltherapie?
Beim Aderlass entnehme ich das Blut über eine Vene. Bei der Blutegeltherapie saugen Blutegel an der Haut, und die Bissstelle blutet danach langsam nach.
Zahlt die Krankenkasse einen Aderlass?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Behandlungen beim Heilpraktiker in der Regel nicht. Private Krankenversicherungen, Zusatzversicherungen und die Beihilfe erstatten je nach Tarif. Mehr dazu finden Sie unter Kosten & Erstattung.
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